Turnaround Tuesday

Dieser Ausdruck entstand in der Weltwirtschaftskrise, als die Märkte am “Black Monday” zusammenbrachen und am darauffolgenden Dienstag wieder anfingen sich zu erholen. Dieses Verhalten – fallende Kurse am Montag und der “Turnaround Tuesday” hat sich seitdem sehr oft wiederholt. Sehr bakannt geworden ist dieser Effekt durch Andre Stagge, der ein komplettes Handelssystem auf diesem Effekt veröffentlicht hat – eben den “Turnaround am Dienstag”.
(Wenn Du Interesse an der Ausbildung von Andre Stagge hast, mache ich Dir hier ein faires Angebot…)

Die Handelsregeln

Wir kaufen den FDAX am Montag zum Handelsschluß, wenn der Kurs zu diesem Zeitpunkt unterhalb des SMA (einfacher gleitender Durchschnitt) über 34 Tage notiert. Es gibt mittlerweile mehrere Versionen dieses Systemes, da Handelsschluß hier die Kasse um 17:30 Uhr oder aber den Future um 22:00 Uhr betreffen kann. Unter der gleichen Prämisse erfolgt der Ausstieg zum Handelsschluß des nächsten Tages am Dienstag.
Das System geht also davon aus, dass in fallenden Märkten am Dienstag zumindest eine kurzfristige Erholung stattfindet.

Erste Tests

In den beiden nachfolgenden Performanceberichten sieht man die Ergebnisse der beiden Versionen. Zuerst wurde immer um 17:30 Uhr der Trade eröffnet und geschlossen. Im zweiten Bild wurde Eröffnung und Glattstellen des Trades jeweils um 22 Uhr vorgenommen. Es ist dabei deutlich zu erkennen, dass es ein klar besseres Ergebnis bringt, wenn der Future-Schlusskurs um 22 Uhr (bzw. kurz davor) gewählt wird.

Turnaround Tuesday Kassa-Performance
Turnaround Tuesday Future-Performance
Wie ist es mit dem Overnight-Effekt?

Im Artikel über das Overnight System haben wir ja deutlich erkennen können, dass der DAX sein Geld hauptsächlich außerhalb der Kassa-Zeiten verdient. Wäre es da nicht eine gute Idee, den Trade bis Mittwoch morgens zu halten? Im nachfolgenden Performancebericht sieht man das Ergebnis, wenn man z.B. bis 9 Uhr im Markt bleibt. Und tatsächlich hat sich das Ergebnis etwas verbessert. Meiner Meinung nach ist der kleine Performancegewinn aber das Risiko – den Trade noch eine Nacht zu halten – nicht wert. Dies mag aber Ansichtssache sein…

Turnaround Tuesday Overnight
Der Stop-Loss

Im Originalsystem wird kein Stop-Loss erwähnt, aber ich handele bekanntermassen niemals ohne. Darum habe ich untersucht, wie sich ein SL von 0%-10% verhält. Null Prozent bedeutet dabei, dass kein SL verwendet wurde.
In der nachfolgenden Grafik seht ihr das Ergebnis. Das scheinbar beste Ergebnis wurde tatsächlich erzielt, wenn kein SL verwendet wurde. Ein Stopp von 0.5% sieht zwar sehr ansprechend aus, aber dies geht stark auf Kosten der Trefferquote und ist daher nicht empfehlenswert. Wenn man genauer hinsieht ist aber deutlich zu erkennen, dass wir ab einem Stop-Loss von 6,5% exakt die gleichen Werte erhalten, als hätten wir keinen Stopp gewählt. Dies ist deshalb der Fall, da im Backtestzeitraum von über 14 Jahren dieser Wert niemals erreicht wurde. In so einem Fall spricht man von einem Notfall-Stopp. Bei einem extremen Ereignis, wie es seit 2008 nicht aufgetreten ist sind wir geschützt, aber in normalen Zeiten beeinträchtigt der Stopp unsere Performance nicht.

Turnaround Tuesday Stopp
Das Gesamtergebnis des Turnaround Tuesday

Wie aber sieht das Ergebnis all dieser Überlegungen dann im Backtest vom 01.01.2008 bis zum 31.05.2022 aus?
Die Antwort auf diese Frage siehst Du in der nachfolgenden Equity und dem performance-Bericht:

Turnaround Tuesday Equity
Turnaround Tuesday Performance
Fazit

Der Handelsansatz “Turnaround Tuesday” funktioniert sehr gut und zeigt auch über viele Jahre stabile Ergebnisse. Zuerst aufgefallen ist der Effekt zur Weltwirtschaftskrise und auch für den Kursverfall von 1987 wird er beschrieben. Im hier untersuchten Backtest-Zeitraum ab 2008 kann der Effekt eindeutig bestätigt werden. Obwohl der Ansatz Elemente eines Mean-Reversion-Systems hat, würde ich es eher als Saisonalität ansehen. Es kann sehr komfortabel ein Notfall-Stopp eingesetzt werden und somit wird die gute Performance nicht durch den SL beeinträchtigt. Die “System Quality Number (SQN)” von 4,83 bewegt sich nach dem Erfinder der Kennzahl Van Tharp im Bereich “sehr gut”.

Übrigens…

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Risikohinweis

Die in diesem Artikel veröffentlichten Analysen und Systemtests stellen keine Handlungsempfehlung dar. Sie dienen lediglich zu Informations- und Schulungszwecken und nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die veröffentlichten Analysen Fehler enthalten.
Eine Haftung für eventuelle Verluste, die durch Börsengeschäfte aufgrund unserer Analysen entstehen wird ausgeschlossen.
In den vorgestellten Analysen wird eventuell Bezug auf Finanztermingeschäfte genommen. Hohen Chancen stehen dabei auch hohe Risiken bis zum Totalverlust und eventuell darüber hinaus gegenüber.
Eine individuelle Beratung findet nicht statt, jeder handelt auf eigenes Risiko und eigene Rechnung.

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