Saisonalität im Gold

Morgentlicher Abverkauf

Holger Breuer hat in der Traders 12/2018 eine Saisonalität im Gold veröffentlicht.
In seinen Untersuchungen konnte er feststellen, dass Gold im Vormittagshandel bis in den Nachmittag hinein eine Marktschwäche aufweist.
Er geht dabei jeden Tag um 08:00 Uhr Short in den Markt und um 15:45 Uhr stellt er die Position wieder glatt.
Es wird ein Stopp-Loss von 1% und ein Take.Profit von 0,5% eingesetzt, sowie immer ein Kontrakt des Goldfutures (GC) gehandelt.
Sein Backtestzeitraum ging vom 01.01.2009 bis zum 30.06.2018, sodass wir nun fast drei Jahre später einen sogenannten Out-of-Sample-Test vornehmen können. Wir sind also sehr einfach in der Lage herauszufinden, ob diese Marktanormalie auch nach dem getesteten Zeitraum weiterhin besteht…

Bild von Erik Stein auf Pixabay

Gold
Out-of-Sample-Test

Im ersten Schritt wurde das System im gleichen Zeitraum getestet, wie der Autor des Artikel es getan hat. Dabei konnte sein Ergebnis bestätigt werden. Die Equity zeigt eine stabile Aufwärtsbewegung und die SQN indiziert mit einem Wert von 4,97 ein sehr gutes System.

Saisonalität ist nicht gleich Saisonalität

Es gibt Saisonalitäten, zu denen es wissenschaftliche Untersuchung bzw. fundamentale Begründungen gibt. Das hier untersuchte System gehört nicht in diese Kategorie, da eine Vormittagsschwäche im Gold zwar statistisch nachgewiesen werden konnte, eine Begründung sich aber nicht sofort erschliesst?!
Saisonalitäten, deren fundamentale Begründung nicht klar ersichtlich ist, sind in der Regel deutlich anfälliger für Marktveränderungen und deshalb müssen sie im Livehandel konsequent überwacht werden.

In-Sample-Test

Im zweiten Schritt wurde der Handelsansatz nicht ausschließlich im vom Autor genutzten Zeitraum untersucht. Jetzt wurde das Jahr 2008 und vor allem der Zeitraum vom 01.07.2018 bis zum Veröffentlichungsdatum dieser Untersuchung hinzu genommen.
Im nebenstehenden Bild ist deutlich zu sehen, dass diese Saisonalität im Gold seinen Vorteil komplett verloren hat. Man sieht am senkrechten, roten Strich bis wo der Autor getestet hatte und was danach geschah…

Equity-Trading

Jeder Systemtrader muss sich zwangsläufig überlegen, wann er ein System schlimmstenfalls abschalten muss. Dies sollte natürlich passieren, bevor das System Live geht und nach festen Regel und keinesfalls aus dem Bauch heraus passieren. Die geläufigste – da einfachste Methode – ist es ein vielfaches des historischen maximalen Drawdowns als Notbremse zu nehmen. Eine andere Möglichkeit wäre es, einen Gleitenden Durchschnitt auf die Equity eines Systems zu legen. Obwohl diese Vorgehendweise auf Grund von Softwarebeschränkungen in der Regel etwas aufwändiger ist, ist der jeweil aktuelle Zustand eines Ansatzes sehr angenehm leicht optisch zu erkennen.
Im nebenstehenden Bild ist zu erkennen, in welchem Bereich das System aus dem Markt genommen worden wäre.

Kommentare und Meinungen zum System bitte ins Forum schreiben…


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Risikohinweis

Die in diesem Artikel veröffentlichten Analysen und Systemtests stellen keine Handlungsempfehlung dar. Sie dienen lediglich zu Informations- und Schulungszwecken und nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die veröffentlichten Analysen Fehler enthalten.
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