Freitags FDAX

aus Traders 2/2019 – Saisonalität nach Holger Breuer

In der besagten Ausgabe des Traders Magazins ist ein saisonales Handelssystem beschrieben, dass mit wenigen und einfachen Regeln auskommt.
Aufgrund der Handelsregeln wurde es für diesen Artikel „Freitags FDAX“ genannt.

  • Gehe am Freitag um 20:00 Uhr im FDAX Long, wenn ein Gleitender Durchschnitt als Trendfilter „grünes Licht“ gibt
  • Verkaufe am gleichen Tag um 21:45 Uhr die Longposition

Dieser Artikel will untersuchen, ob es wirklich so einfach sein kann und wo man einen eventuellen Notfallstopp platzieren kann.

Freitags FDAX
Die Testumgebung

Getestet wurde auf Futuredaten in einem Konto von anfänglich 10.000 € und einem Hebel von ca. 4, was sich z.B. in einem CFD-Konto umsetzen lässt.
Gebühren und Slippage wurden nicht berücksichtigt. Der Backtest wurde in Amibroker gemacht.

Der Trendfilter wurde leicht abgewandelt. Im Originalartikel wurde lediglich vo einem 10-Tage-Gleitenden-Durchschnitt gesprochen. Tests haben ergeben, dass hier ein EMA besser funktioniert als ein SMA. Allerdings erzielt man noch leicht bessere Ergebnisse mit einem 5-Tage-SMA, der daher für weitere Tests genommen wurde.

Der nebenstehende Backtest zeigt deutlich, dass auch so ein extrem einfaches System in der Vergangenheit sehr wohl funktioniert hat.

Backtest 1
Notfallstopp

Ein enger Stopp kommt für dieses System nicht in Frage, da die Performancewerte zu sehr darunter leiden würden. Ein Notfallstopp sollte aber trotzdem eruiert werden.
In der nebenstehender Grafik ist deutlich zu sehen, dass der Stopp erst bei ca. 170 Punkten niemals erreicht worden wäre. Das ist ein klares Indiz dafür, dass man dieses System nicht zu hoch hebeln sollte, um das Konto nicht zu sehr zu belasten. Ein Stopp von z.B. 100 Punkten ist kaum schlechter als die besagten 170 Punkte und wird deshalb im weiteren Verlauf dieser Untersuchung benutzt.

Notfallstopp
Umsetzung in Metatrader

Das Originalsystem wurde mit dem angepassten Trendfilter und dem Notfallstopp in den Metatrader4 überführt und getestet.
Dabei wurde ein Spread von 10 Punkten angenommen, was als normal angesehen werden kann. Weitere Gebühren fallen bei den meisten CFD-Brokern nicht an. Auch Swaps können unberücksichtigt bleiben, da es sich um ein reines Intradaysystem handelt. Eventuelle Slippage wurde nicht berücksichtigt.
Es wurde auf Tickdaten getestet, um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen. Ob dies so in der Praxis umzusetzen wäre, bleibt in einem Demo- und/oder Livetest abzuklären.
Im MT4-Test wurde ein konservatives Fixed-Percent-Money-Management gewählt. Ausgehend von einem Anfangskapital von 10.000 € und dem Notfallstopp von 100 Punkten wurden immer 1% vom Kontostand riskiert.

MT4 Equity
Erklärungsversuch

Im letzten Schritt wurde versucht eine Erklärung, für das saisonale Phänomen zu finden.
Der FDAX sollte am Freitag kurz vor dem Wochenende nur im Ausnahmefall klare Bewegungen machen. Es könnte aber sein, dass mutige Marktteilnehmer auf den „Overnighteffekt“ spekulieren, wonach über Nacht und auch am Wochenende – während die Märkte geschlossen sind – die größten Marktbewegungen stattfinden und sich am nöchsten Handelstag als Gap niederschlagen. Wenn dies als psychologischer Effekt für diese Saisonalität eine Rolle spielen sollte, müsste dies auch im amerikanischen Markt nachweisbar sein, zumal die Zeit von 20 Uhr bis 21:45 Uhr MEZ in den USA noch normale Handelszeit mit mehr Unsatz ist.

Der nebenstehende Backtest zeigt, dass der beschriebene Effekt auch auf dem S&P500 zu finden ist, auch wenn er mit den gleichen Systemparametern ein schlechteres Ergebnis zeigt.


Risikohinweis

Die in diesem Artikel veröffentlichten Analysen und Systemtests stellen keine Handlungsempfehlung dar. Sie dienen lediglich zu Informations- und Schulungszwecken und nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die veröffentlichten Analysen Fehler enthalten.
Eine Haftung für eventuelle Verluste, die durch Börsengeschäfte aufgrund unserer Analysen entstehen wird ausgeschlossen.

In den vorgestellten Analysen wird eventuell Bezug auf Finanztermingeschäfte genommen. Hohen Chancen stehen dabei auch hohe Risiken bis zum Totalverlust und eventuell darüber hinaus gegenüber.

Eine individuelle Beratung findet nicht statt, jeder handelt auf eigenes Risiko und eigene Rechnung.

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