Wohin mit Stop-Loss und Take-Profit?

Kennst Du das auch? DU hast einen neuen Trade eröffnet und weisst nicht, wohin mit dem Stop und dem Take-Profit und überhaupt, welche Methodiken machen hier eigentlich Sinn?
Wenn Du Deine Systeme programmierst und mit dem Commputer testes ist es vielleicht etwas einfacher, aber nicht jeder kann oder will dies. Dann muss man sich halt aufmachen und das System im Chart testen, alle vergangenen Trades notieren und somit einen manuellen Backtest durchführen. Das kostet zwar Zeit, ist aber eine gute Methode um ein “Feeling” für die Strategie und ihre Charakteristik zu bekommen. Wenn man diese Zeit nicht aufbringen will, dann bleibt nur sich auf die Meinung anderer oder eine Faustregel zu verlassen. Kannst Du natürlich so machen, es ist ja Dein Geld..

Methodiken

Die drei am häufigsten angewandten Methoden um einen Stop-Loss oder Take-Profit zu setzen sind :

  • Der feste Punkte-Stop
  • Der Prozent-Stop
  • Der Volatilitäts-Stop
  • Support und Resist
Der feste Punkte Stop

Dieser Stop” wird gerne gewählt, da er sehr einfach ist. Wenn ich z.B. einen DAX-Trade bei einem Punktestand von 10000 eingehe und mein Stop beträgt 100 Punkte, kann selbst ein Zweitklässler das richtige Stop-Niveau ermitteln. NAchteil an dieser Methode ist aber, dass die Punktezahl sich weder an am Kurniveau noch an der Volatilität orientiert. 100 Punkte Stop haben sicherlich bei einem Kurs von 5000 Punkten ein anderes Gewicht, als bei einem Punktestand von 15000 Punkten. Ebenso verhält es sich mit der Volatilität. Wenn mein Kurs sich z.B. jeden Tag im Schnitt 50 Punkte bewegt könnte ein 100-Punkte-Stop etwas weit sein. Bewegt sich der Kurs dagegen 500 Punkte am Tag, werden wir mit dem dann zu engen Stop wahrscheinlich “unglücklich” ausgestoppt.
Daher kann ich einen Stop-Loss – und gleiches gilt für einen Take-Profit – bei einer festen Punktzahl nicht uneingeschränkt empfehlen. Wenn man dies trotzdem wünscht, sollte man die Anzahl an Punkten zumindest von Zeit zu Zeit an die Marktgegebenheiten anpassen. Ein weiterer Nachteil dieser Methodik liegt übrigens noch darin, dass Handelssysteme, die auf verschiedenen Underlyings angewendet werden dann immer auf den jeweiligen Markt angepasst werden müssen.

Der prozentuale Stop

Eine gute Methode für einen Stop, der die oben aufgeführten Nachteile nicht aufweist ist der prozentuale Stop. Ermittele ich z.B. einen Prozentsatz von 2% für meinen Stop-Loss oder Take-Profit, sopasst sich der Wert mit der Zeit automatisch an den Kurswert an. Bleiben wir am Beispiel unsere DAX so haben wir bei einem Kursstand von 500 Punkten einen 2%-Stop von 100 Punkten. Bei einem Kurs von 15000 aber einen Stop von 300 usw. Willich mein Handelssystem nun auch auf den US-Märkten anwenden so passt sich mein Stop automatisch an das niedrigere (z.B. S&P500) oder höhere (z.B. Dow Jones) Kursniveau an.

Der Vola Stop

Wie wir gesehen haben, können wir mit dem prozentualen Stop schon die meisten Nachteile des Punkte-Stops ausmerzen. Allerdings berücksichtigen wir dabei nicht die Schwankungsbreite (Volatilität) des Marktes. Wenn es mal wieder hektisch zugeht, brauchen wir sicherlich einen weiteren Stop als in eher langweiligen Seitwärtsphasen. Daher hat sich die “Average True Range (ATR)” als Indikator für den Stop-Loss oder auch Take-Profit ertabliert.
In der Regel wird sie in dem Timeframe angewandt, in dem der Handel stattfindet. Als grobe Faustregel sind Stopweiten zwischen der 1,5-fachen bis 3-fachen ATR üblich.

Aber wie weit wähle ich denn nun meinen Stop?

Der Begriff “grobe Faustregel” sagt schon alles – diese Regel ist sehr grob und mag im Einzelfall völlig ungeeignet sein.
Während viele kurzfristigere Strategien mit einem prozentualen Stop von 2%-3% gut funktionieren, so gilt dies hauptsächlich für Trendfolger. Mean-Reversion -Systeme brauchen in der Regel viel weitere Stops. Als Beispeil soll hier der “Turnaround Tuesday” dienen. Dieses System handelt zumindest gegen den kurzfristigen Trend, da der Long-Einstieg unter einem Gleitenden Durchschnitt von ca. sieben Wochen erfolgt. Obwohl das System sehr profitabel ist, müssen höhere Drawdowns ertragbar sein. Daher sollte der Stop auch eher um die 6% liegen. Mit unserer Fausregel kämen wir hier also nicht so weit und Gleiches gilt genauso für den Volatilitätsstop.
Es führt also eigentlich kein Weg an einem automatisierten oder manuellen Backtest vorbei, will man nicht einen Blindflug hinlegen.

Support und Resist als Chartmarke

Eine weitere, häufig angewandte Methode ist es, sich an wichtigen Chartmarken zu orientieren. Es ist nicht Thema dieses Artikels, Widerstand und Unterstützung zu definieren und dies ist oftmals ja auch eine subjektive Entscheidung. Wenn ich aber klare Regeln über den Trend habe und meine Widerstands- bzw. Unterstützungs-Niveaus kenne so ist es übliches Verhalten, den Stop-Loss bzw. Take-Profit kurz über oder unter diese Marken zu legen.
Der Vorteil ist, dass ich individuelle – auf den einzelnen Trade angepasste – Kursniveaus nehmen kann. Der Nachteil liegt darin, dass diese Kursmarken natürlich bekannt sind und ich mich hier der Gefahr des “Stopfishing” aussetze. Dies gilt insbesondere für kleinere Märkte, wie z.B. den FDAX.
Ob Chartmarken eine gute Methode für die Stops sind, hängt auch hier vom zu Grunde liegenden Handelssystem ab.

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