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Das Trading Diary


Das Tradingtagebuch

Immer wieder hört man von den sogenannten Experten, dass ein Tradingjournal unerlässlich ist.
Ich habe mich mit diesem Thema einmal grundsätzlich beschäftigt und teile meine Überlegungen gerne an dieser Stelle mit euch.

Warum also sollte man ein Tradingjournal führen und sind Tagebucher nicht eher etwas für Teenager?

Der Grund für so ein Diary ist schnell gefunden. Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist braucht er einen Anstoß um etwas zu ändern. Wir müssen uns zuerst immer einer Sache bewusst werden, bevor wir sie angehen können.  Leider mögen wir dies gerade bei unangenehmen Dingen nicht so gerne. Gerne verdrängen wir die grundlegenden menschlichen Leiden wie Alter, Krankheit und Tod in unserer Gesellschaft und mit Verlusten an der Börse gehen wir auch nicht anders vor. Was also führt immer wieder dazu, dass wir mehr Verluste als Gewinne machen, welches Verhalten ist das Problem? Oder liegt es doch am Markt und den anderen? Solltet ihr allerdings auf der Gewinnerstraße sein, dann braucht ihr diesen Artikel wahrscheinlich eher nicht zu lesen, denn ihr habt ja schon ein Tradingjournal.

Was sollte enthalten sein

Im eigentlichen Journal wird jeder Trade – leider auch die Verlusttrades – festgehalten. Dabei sollten Eröffnungszeit und –Kurs, sowie Exit, Stopps und Targets ebenso Pflichtfelder sein wie der Grund, warum man den Trade eingegangen ist. Errechnete Systemkennzahlen wie Trefferquote, Profitfaktor oder Risikokennzahlen runden das Ergebnis ab. Auch eine grafische Darstellung der Erfolgskurve sollte enthalten sein.
Im Tagebuch geht es hauptsächlich um psychologische Aspekte, wie Emotionen, Stresslevel und die Reaktionen auf Gewinn und Verlust. Man kann und sollte aber auch z.B. neue Ideen und Erkenntnisse aufschreiben. Oftmals kommt eine Erkenntnis auch erst während des Schreibens und somit kann das Tagebuch dem kreativen Prozess sehr dienlich sein.

Wie setzt man ein Tagebuch um?

Ganz grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Umsetzung. Einmal kann man alles klassisch auf Papier festhalten. Dies hat den Vorteil, dass man sich sehr genau mit seinen Trades auseinandersetzen muss, da alles händisch zu erfassen ist. Diese Art Tagebuch lässt sich sehr gut durch Chartausdrucke ergänzen.
Die nächste Möglichkeit ist dann die Excel-Tabelle. Während man bei der Handaufschreibung  den Schwerpunkt auf das Tagebuch und die psychologischen Aspekte legen würde, ist die Excel-Tabelle eher dazu geeignet, seine Trades festzuhalten und zu analysieren. Wer sich mit Excel gut auskennt kann sich selbst an die Aufgabe machen, aber im Internet findet man auch diverse kostenlose Lösungen. Nachfolgend stelle ich einige gute, teilweise auch kostenpflichtige Lösungen vor, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Kostenlose Lösungen

Bei  „Godmode-Trader“ findet ihr bei unter diesem Link  eine frei herunterladbare Lösung bestehend aus einem Journalteil, der mit Excel umgesetzt wurde und einem Tagebuchteil , der als PDF angeboten wird.

Eine andere Möglichkeit ist das Tagebuch von BM-Trading mit Namen „TradeBuddy“ die ihr hier findet.
Diese Software ist in der Lage über einen EA eure Trades direkt aus Metatrader (4 oder 5) zu importieren. Die Anzahl der Kennzahlen ist ausreichend für eine Beurteilung und auch grafisch wird eure Ergebnishistorie dargestellt. Besonders interessant ist das Tool für Systemtrader, da man zwischen unterschiedlichen Handelsansätzen unterscheiden und einzeln auswerten kann. Auch nach Underlyings  Zeiträumen etc. kann man filtern. Diese Software ist besonders für Nutzer von Metatrader-Software empfehlenswert und eine gute Ergänzung. Für den Download  muss man sich in den Newsletter der Seite eintragen wollen.

Kostenpflichtige Lösungen

Wenn man Geld bezahlt, muss snatürlich ein echter Mehrwert zu kostenlosen Lösungen bestehen. Weiterhin würde ich immer darauf achten, dass es auch eine Testversion gibt, denn niemand kauft gerne die Katze im Sack.

Bei meiner Suche nach einem für mich passendem Diary kamen für mich am Ende nur zwei Lösungen in die engere Auswahl, die „Edgewonk“ und “TradingDiary Pro“ heißen. Beide kosten um die 150 €, wobei im Fall von und “TradingDiary Pro“ noch jährliche 49 € hinzukommen. Eigentlich bin ich gegen regelmäßige Abomodelle, aber trotzdem habe ich mich am Ende für die teurere Lösung entschieden.

Das Edgewonk lediglich in englischer Sprache daherkommt hätte mich nicht gestört und die Features sind großartig. Aber da ich manchmal 20-30 verschiedene Systeme gleichzeitig auf meinem Server laufen habe, ist es dann doch “TradingDiary Pro“ gworden. Diese Software hat mich letztendlich dadurch überzeugt, dass sie zu den vielen Möglichkeiten auch die Option hat, aus einer Metatrader -MagicNumber sofort einen Filter zu generieren. Das erspart mir sehr viel Arbeit und ich sehe auf einen Blick und ohne viel Zeitaufwand sofort, welche Systeme sich gut entwickeln und welche nicht. Alle Auswertemöglichkeiten sind natürlich ebenso wie bei „Edgewonk“ gegeben und ein Feature hat mir die Ausgabe schon fast wieder refinanziert. Ich konnte nämlich bei einem System, dass ich nicht für den Livehandel zulassen wollte erkennen, dass dieses System richtig gut ist, wenn man es unter keinen Umständen am Freitag handelt. Das hatte ich bei den Backtests wohl nicht abgeprüft und das Diary hat mich sofort auf diesen Umstand aufmerksam gemacht – super!

Der Link zu „Edgewonk“.
Das “TradingDiary Pro“ findet ihr hier.

Fazit

Um Trading und Verhalten an den Märkten zu analysieren und in Folge zu verbessern, kann ein Trading Diary  einen großen Schub nach vorne bewirken. Mit geringem, aber regelmäßigem Zeitaufwand große Wirkung zu erzielen klingt verlockend. Wer den Vorteil eines Tagebuches erkannt hat, wird ganz sicher diesen Aufwand betreiben wollen.


Natülich sagt ein Backtest nichts über die Zukunft aus, aber warum soll ich etwas traden, das in der Vergangenheit schon nicht funktioniert hat!