„Kursrutsch“ Überschrift eines Artikels von David Pieper, der in der Traders-Ausgabe 05/2018 veröffentlicht wurde.
Es handelt sich um ein Swingsystem, das recht selten aber dafür auch sehr profitabel handelt.
Dieser Beitrag soll der Frage nachgehen, ob das „Kursrutsch-System“ auch nach der Veröffentlichung noch funktioniert hätte und somit auch weiterhin angewendet werden könnte.

Das Original-System

In den nebenstehenden Bildern (Abb. 1 + 2) sind die Performancewerte und die Equity des Originales nach David Pieper abgebildet. Es ist deutlich zu sehen, dass dieses System auch in den letzten drei Jahren – dem natürlichen Out-of-Sample Zeitraum – noch gut funktioniert hätte.

Das System handelt den S&P500-Future (ES) nur Long am Montagabend zum Handelsschluss wenn:

  • die letzten beiden Wochenkerzen fallend waren
  • das Open und der Close der heutigen Montagskerze unter dem Schlusskurs von Freitag lagen
  • es wird ein Timestopp von 10 Tagen angesetzt
  • es gibt einen Trailingstopp von 3%
Kursrutsch
Kursrutsch Performance
Ein Trailingstopp, der mehr Raum lässt

Da wir sehr wenige Trades haben (2-3 pro Jahr) ist jede Optimierung nicht ratsam. Daher werden auch keine Filter oder andere Wochentage etc. ausprobiert. Der Autor des Traders-Artikels hat das System auf EOD-Daten über mehrere Jahrzehnte getestet, wobei ein ausreichende Anzahl an Trades zustande kamen. Da hier mit dem MT5 ab dem 01.01.2008 getestet wurde, ist dies natürlich nicht der Fall. Dieser Beitrag verzichtet darauf in einem Programm wie Excel oder Amibroker das Ergebnis von David Pieper nachzuvollziehen und geht von einem korrekten Test aus. Trotzdem erscheint für ein System mit einer Haltedauer von 10 Tagen ein Trailingstopp von 3% erfahrungsgemäss als zu eng gefasst.
Ohne eine Optimierung vorzunehmen, sieht man in den nebenstehenden Grafiken (Abb. 3 + 4) die Ergebnisse mit einem doppelt so großen Trailingstopp.
Das Ergebnis verbessert sich deutlich!

Kursrutsch1 Equity
Kursrutsch1 Performance
Warum überhaupt Trailingstopp?

Es stellt sich auch die Frage, warum man in diesem Handelsansatz einen Trailingstopp nutzen sollte. Der S&P500 hat – wie alle Aktien-Indizes – eine deutlich Long-Bias.
Wie wir gesehen haben hat ein weiterer Stopp hier schon viel verbessert und wie wäre es denn, wenn wir dem Trade noch mehr Luft geben sich zu entwickeln.
Daher wurde im nächsten Schritt getestet, nur einen Notfall-Stopp von 6% anwenden, ohne diesen nachzuziehen.
Das Ergebnis ist nebenstehend (Abb. 5 + 6) zu sehen und verbessert das System in den zur Verfügung stehenden 28 Trades noch einmal deutlich.

Kursrutsch2 Equity
Kursrutsch2 Performance
Fazit

Auch wenn hier die Gefahr einer Überoptimierung groß ist, scheint es aus Erfahrungswerten heraus ratsam zu sein, den Trades dieses „Kursrutsch-Systems“ mehr Luft zur Entfaltung zu geben.
Wer auf „Nummer sicher“ gehen will, sollte dies mit EOD-Daten über einen entsprechend langen Zeitraum verifizieren.
Die „System Quality Number“ ist auf Grund der wenigen Trades eher unterdurchschnittlich. Trotzdem scheint dieses System in einem Portfolio, in dem auch oder gerade Swing-Trades gehandelt werden eine mögliche Beimischung zu sein.

Risikohinweis

Die in diesem Artikel veröffentlichten Analysen und Systemtests stellen keine Handlungsempfehlung dar. Sie dienen lediglich zu Informations- und Schulungszwecken und nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf von Wertpapieren.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die veröffentlichten Analysen Fehler enthalten.
Eine Haftung für eventuelle Verluste, die durch Börsengeschäfte aufgrund unserer Analysen entstehen wird ausgeschlossen.
In den vorgestellten Analysen wird eventuell Bezug auf Finanztermingeschäfte genommen. Hohen Chancen stehen dabei auch hohe Risiken bis zum Totalverlust und eventuell darüber hinaus gegenüber.
Eine individuelle Beratung findet nicht statt, jeder handelt auf eigenes Risiko und eigene Rechnung.

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