Saisonalitäten im Gold

Über Saisonalitäten

Saisonalitäten können das eigene Trading stark bereichern, auch wenn sie manches Mal mit Vorsicht zu geniessen sind – denn Saisonalitäten können sich ändern, fallen auch mal aus oder funktionieren auch nur einmal eine Zeit lang nicht mehr. Daher ist es sinnvoll nach Saisonalitäten zu suchen, die ihre Stabilität historisch belegt haben. Bei Monats- oder gar Jahressaisonalitäten ist dabei eine sehr lange Zeitreihe ab 30 Jahren sinnvoll, bei Intranetsaisonalitäten kommt man aber schon mit 5 oder 10 Jahren hin. Aber auch hier gilt: Je länger der Effekt besteht, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass er auch in der Zukunft funktionieren könnte.

Sehr stabile Saisonalitäten lassen sich z.B. im Gold finden und das praktisch auf allen Zeitebenen. In diesem Artikel wollen wir uns hauptsächlch mit Intradaysaisonals beschäftigen.

Bild von Erik Stein auf Pixabay

Gold

Intraday-Saisonalität Short

Eine erste Saisonalität im Long-Bereich findet man zwischen 22 Uhr und 04 Uhr. Hierbei habe ich bei der Untersuchung darauf verzichtet, am Freitagabend zu kaufen um die Position nicht über Nacht halten zu müssen. Das Ergebnis findet sich links im Systemtest mit dem MT4.

Das Ergebnis ist erstaunlich gut für ein System, dass jeden Tag (außer Freitag) zur selben Uhrzeit eine Position eröffnet und sechs Stunden später wieder schließt und das ohne weitere Regeln. Dieser Effekt lässt sich über mehrere Jahre nachweisen und beweist somit schon einmal eine gewisse Stabilität.

Short im Gold

Intraday-Saisonalität Long

Das Gold zeigt seine Stärke auf der Short-Seite von ca. 08:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr.
Einen Backtest ohne weitere Filter sehen wir auf der rechten Seite. Das Ergebnis ist etwas schlechter als Long, aber immer noch akzeptabel und schauen wir auf die Performancekurve, so sieht der Effekt auch stabil aus.

Das man aus diesem Ansatz ein profitables System machen kann zeigt Holger Breuer in seinem Artikel „Die lukrativsten Intraday-Muster“ aus der Traders 12/18. Dabei wird dieser Effekt mit einem Trendfilter und Stopp versehen und fertig ist ein handelbarer Ansatz!

Kombination der Long- und Short-Saisonalität

Natürlich lassen sich die beiden Ansätze verbinden und das Ergebnis sieht man wieder auf der rechten Seite.
Dieses System ist wohlgemerkt noch ohne irgend einen Trend- oder andere Filter. Außerdem gibt es kein Exitmanagement, d.h. verschiedene zusätzliche Exitstrategien könnten getestet werden.

Besonders interessant könnte so ein Ansatz vor allem auch dann sein, wenn man ihn selbst als Filter für andere Strategien verwendet.  Habe ich z.B. ein Long- und/oder Short-System für das Gold wäre es sicherlich einen deutliche Verbesserung, wenn man diese Systeme nur in dem ermittelten, jeweils vorteilhaften Zeitraum anwendet.

Kombi im Gold

Monatssaisonalität

Man kann das Ganze aber auch noch weiter treiben.
Das Gold zeigt nämlich auch – wie eingangs erwähnt – einige deutliche Monatssaisonalitäten. Dies kann man wunderbar auf den Seiten von SaisonalCharts.de anschauen.

Man könnte dabei auf die Ideen kommen, den Longansatz besser nicht im März, Juni und Oktober einzusetzen. Der Shortansatz sollte dann besser nicht im Januar, September und November zum zuge kommen.

Bauen wir diesen Filter in unseren Test ein, so kommt das nebenstehende Ergebnis dabei heraus.  Wir haben natürlich weniger Trades, aber die Performancewerte sich verbessern wird dies wieder ausgeglichen. Vor allem duch den Rückgang des Drawdowns und somit des Risikos kann man größere Positionsgrößen fahren.

Fazit

Ob wir uns mittlerweile im Bereich des Curve-Fittings befinden ist sicherlich Ansichtssache. Deutlich sollte aber sein, dass Saisonalitäten im Gold eine Rolle spielen und im eigenen Handelsansatz auf verschiedenen Timeframes eingesetzt werden könnten.

Ob als Stand-Alone-System(e) oder als Filter für andere Ansätze sollte es sich lohnen die Gold-Saisonalitäten im Auge zu behalten.

Eine andere, sehr bekannte Gold-Saisonalität, wurde dabei bisher noch gar nicht erwähnt. Der „friday-Goldrush“ von Andre Stagge ist sehr bekannt und wird auf der Internetpräsenz von Andre oder auch in diversen Youtube-Videos beschrieben. Außerdem findet man eine Performanceauswertung und die Möglichkeit sich die Signale schicken zu lassen auf den Seiten von Samuel Wartmann (SMS-Signale.de).


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